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Nachbars Flieder

Mit Nachbars Flieder (Syringa vulgaris) ist das so eine Sache, seine violettfarbenen Blüten sind durchaus schön anzusehen. Die vielen, vielen Ausläufer jedoch, die jährlich zu uns herüberwuchern, haben nach Jahrzehnten des geduldigen Ertragens nun den Cheffe auf den Plan gerufen. So munkelte er gestern irgendwas von “Maßnahmen” in seinen prall mit Grillfleisch gefüllten Bauch. Und wenn ich mir den Fliedernachwuchs so anschaue, scheint er da bereits fleißig gemaßnahmt zu haben …

Schusterpalmen (Aspidistra)

Schusterpalmen (Aspidistra) sind ein leider in Vergessenheit geratener Zimmerpflanzenklassiker. Sie gelten als nahezu unkaputtbar und sollen angeblich auch noch in der dunkelsten Ecke gedeihen. Die Gattung Aspdistra beinhaltet ca. 80 Arten und eine Menge Kulturformen, zum Teil mit weiß-gelblich gestreiften otter gepunkteten Blättern. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet liegt u. a. in China.

Es handelt sich hier in der Tat um Pflanzen, die Schatten, bzw. indirektes Licht lieben. Sie wachsen tatsächlich auch noch in der dunkelsten Ecke, dementsprechend sehen sie dann aber auch aus. Möchte man seine Wohnstube jedoch mit schönen und kräftigen Schusterpalmen schmücken, dann platziert man sie hell, bis halbschattig, ohne direkte Mittagssonne. Morgen-, Abend- und Wintersonne werden vertragen, aber bei einer zu langen Besonnungsdauer, vor allem während der Mittagsstunden, bleichen die Blätter aus.

Schusterpalmen gelten eigentlich als Zimmerpflanzen, einige Arten wird jedoch eine Frostresistenz von bis zu -15° nachgesagt. So werden sie z. B. in England gerne als Gartenpflanzen kultiviert. Was liegt also näher, mal auszutesten, wie ihnen unser mildes Pfälzer Klima bekommt.

Platziert habe ich sie hinter dem Garteneibisch, dort haben sie es tagsüber schön schattig und erhaschen gegen Abend ein paar Sonnenstrahlen. Um auf Nr. Sicher zu gehen, werde ich sie über Winter mit etwas Laub abdecken. Und um auch ganztotalvoll abgesichert zu sein, habe ich natürlich nur ausgewildert, was ich doppelt habe. V. l. n. r.: Aspidistra sp. (unbekannte Art, die sehr nach eine A. typica aussieht.), Aspidistra sichuanensis “china sun”, sowie eine Aspidistra elatior.

Ants without Adam

Kann sich eigentlich noch jemand an das 80er Jahre Onehitwonder “Adam & the Ants” erinnern? Während Adam Ant heutzutage (wenn überhaupt) nur noch durch Drogeneskapaden Schlagzeilen macht, arbeiten die Ameisen fleißigst an ihrer Überlebensstrategie. Allerdiedings ist auch beim emsigen Insektenvolk ein Werteverfall zu beobachten. Anstatt sich ihr schickes Häuflein so nach und nach aufzuschichten, haben sie sich in unserem Hauswurz (Sempervivum) eingenistet.

Sämlinge

Diente unser Schrebrgarten in der Vergangenheit dem jüngsten Spross der Familie lediglich als eine Oase der Erholung und Speisung, so hat ihn aktuell wohl das Gartenfieber erwischt. Anders kann ich mir die Aussaat von (u. a.) nicht erklären:

  • Basilikum “Bordeaux”
  • Glockenblumen
  • Blauer Kohlrabi
  • Kürbis
  • Italienische Petersilie (Petroselinum crispum)

Geschmacklich gespannt bin ich vor allem auf den Basilikum “Bordeaux” und auch, wie weit die adulte Pflanze die derzeit noch recht intensive Färbung behält. Der Kürbis (irgendeine mittelgrosse Sorte) darf dann auf unserem Kompost thronen.

Die Samen hat er zum Teil von Rühlemanns.

Kirschenblüte

Todesmutig trotzt unsere Herzkirsche den Regengüssen der vergangenen Tage. Bei diesem Wetter wartet sie allerdiedings vergebens auf den Besuch von Hummel, Bienchen und Kollegen. Noch sehen ihre Blüten zwar befruchtungsfähig aus, trotz einem leichten Durchhänger. Wenn mir auch ein positiver Ausblick auf die Kirschernte ob dieses Anblicks ein klein wenig schwer fällt …

Tomaten pikieren

Nachdem ich es einige Zeit vor mehr hergeschoben habe, war es heute soweit, die Tomätchen wurden pikiert. 14 Jungpflanzen in einem kleinen Topf, entsprechend gut durchwurzelt war der Erdballen. Um die Würzelchen nicht mehr als nötig zu strapazieren, habe ich die Erde mit Hilfe eines dünnen Wasserstrahls und unter sanften Massagebewegungen von ihnen gelöst. Bis jetzt scheinen sie es alle gut überstanden zu haben und freuen sich in ihren eigenen Töpfchen wohl schon auf das Auspflanzen im Mai.

Lediglich die drei kleinsten Jungtomaten sind in die Biotonne gewandert, was nicht mehr in unseren Schrebrgarten paßt, dafür habe ich Abnehmer. Das sind aber auch die schmackofatzleckersten Tomaten die ich jemals gegessen habe …

Löwenzahn (Taraxacum)

Vom Gärtner gehaßt, von den Kindern als Pusteblume geliebt, ist der Löwenzahn (Taraxacum) ein Gartenkraut, welches keiner besonderen Pflege bedarf. Er läßt sich einfach nieder wo es ihm gefällt. In Sachen Charme haben seine Blüten durchaus etwas zu bieten.

Löwenzahn läßt sich übrigens zu Salat verarbeiten, hierzu werden jedoch nur die jungen Blätter verwendet. Im Geschmack ist er etwas bitter, in Sachen Konsistenz eher zäh. Für Zeitgenossen, die mit ihrem Gebiß bereits Kastagnetten schlagen können, also weniger geeignet. Wenn ich mich richtig erinnere, meine makrobiotischen Jahre und der regelmäßige Verzehr von Löwenzahnsalat liegen leider schon etwas zurück, dann existieren auch Kulturformen, speziell für den Einsatz in der Küche. Mein Gemüsehändler damals hatte nämlich Löwenzahn im Angebot.

Insektoid

Hätte man mir prophezeit, ich würde eines Tages wie eine Wilde durch den Garten hüpfen, um einer Hummel in den Arsch das Popöchen zu knipsen, ich hätte den/die/das Voraussagende der Beklopptheit bezichtigt. So geschehen gestern, als unter dem Einsatz meines Lebens und größter körperlicher Anstrengung diese atemberaubenden Tieraufnahmen entstanden sind.

Naja, die Hummel wirkte irgendwie halblebig und torkelte über den Boden. Lediglich wenn ihr die Kamera zu nah kam, drohte sie müde mit ein paar Flügelschlägen. Und die Spinne könnte es in Sachen Coolness mit einem Gangster Rapper durchaus aufnehmen, für einen Postionswechsel mußte ich sie mehrmals anschubsen.

Keine Angst, um die offizielle Nachfolge von Heinz Sielmann werde ich mich nicht bewerben …

Was sonst noch so knospt und blüht …

… u. a. mit dabei: (mir unbekannte) Annemonen, Hyazinthe, Kaiserkrone und die Primelchen.

Tulpenblüte

Mit den Tulpen (Tulipa) in unserem Garten ist es so eine Sache. Jedes Jahr schleppt die Cheffin kiloweise Zwiebeln an, die der Cheffe dann unter murren und stöhnen pflanzen muß. Das Entfernen der abgeblühten Stängel im darauffolgenden Frühsommer obliegt ebenfalls dem Gartenoberhaupt. Damit dann anschließend das Juniorchen prahlen kann, nur es hätte sich dieser schweißtreibenden Aufgabe gewidmet.

Wenn solche Tätigkeiten anstehen, dann bin ich in der Regel ja schwerst beschäftigt und erscheine erst zur Essenszeit im Garten.

Was die Tulpen angeht, so finde ich sie am schönsten, wenn sie gerade dabei sind ihre Blüten zu öffnen und die äußeren Blütenblätter noch ein zartes Grün aufweisen. In diesem Jahr sind die Weißen, mit den panaschierten Blättern mein absolutes Highlight. Leider verlieren Tulpen im Lauf der Jahre an Blühfreude und sie zeigen dann vermehrt nur noch Blätter.

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