Schrebrgärtners unterwegs

mistvieh trifft mistkäfer

nach einer anstrengende woche, hatte ich heute endlich mal etwas muse, um meinen neuen camcorder zu testen. in der hoffnung, ein paar maikäfer vor die linse zu bekommen, bin ich in den käfertäler wald geradelt. um es kurz zu machen: es hat nur für einen mistkäfer (unbestimmter art) gereicht.

das ist aber auch ein ganz ein putziger geselle. nur in die hand nehmen möchte ich ihn nicht müssen.

gartenzwerge

gartenzwerg

ja, ich mag gartenzwerge! die gerne blöd grinsenden figürchen sind so herrlich urdeutsch kitschig, dass ich ihnen nicht böse sein kann. selbst wenn sie aus preisgünstigem plasteelaste gefertigt wurden. zu den bildern anmerken möchte ich jedoch, dass sie nicht im eigenen garten entstanden sind.

gartenzwerg mit radio

normandie impressionen

zwei drittel des mannheimer schrebergartenteams waren in der letzten woche in der normandie unterwegs. eine hälfte davon auf den spuren des d-day und die andere hälfte (moi) in botanischer mission. das ließ sich übrigens sehr gut kombinieren, denn viele der d-day stationen befinden sich im freien.

neben spannenden wildpflanzen – die böse zungen auch gerne mal als unkräuter bezeichnen – hat die normandie auch für zierpflanzenliebhaber viel zu bieten. denn man gibt sich dort echt mühe in sachen gartengestaltung. zudem scheint das klima, bedingt durch den golfstrom, etwas milder zu sein, sodass auch pflanzen gedeihen können, die es etwas wärmer mögen.

für hortensienliebhaber ist die normandie das paradies, denn die wachsen in fast jedem garten in vielen sorten und farben. ebenfalls häufig anzutreffen, waren stockrosen und bergenien.

wen es mal in die ecke verschlägt, dem kann ich den besuch des botanischen gartens von caen empfehlen. nicht nur weil man dort ohne eintrittsgebüher einlass erhält, sondern vor allem wegen einer großen sammlung von gewächsen aus der region.

wer es gerne verzaubert mag, für den ist der jardin d’art et d’essais genau das richtige. der “verwunschene” garten von cécile maitrot war übrigens mein botanisches highlight. zum glück hatte ich keine schaufel dabei, da gab es nämlich einige raritäten, die sich auch in unserem garten seeeehr gut machen täten könnten.

etwas enttäuscht war ich von der französischen küche, zumindest was das gut bürgerliche preissegment betrifft. so lieblos zubereitetes essen, zum teil geschmacklos aufgrund von salzmangel, hat man mir schon lange nicht mehr serviert.

was beim essen am geschmack fehlte, hat man dann dafür auf die alkpreise draufgeschlagen. die halbe bier war im lokal für 6 bis 7,50 öcken zu haben. beim wein und schnaps sah es ähnlich aus.

aber süßkran können sie. das hat mich dann am ende doch noch versöhnlich gestimmt.

teneriffa september 2010

ein teil aus dem mannheimer gärtchen weilte während des septembers (mal wieder) für ein paar tage auf teneriffa. das schöne ist, dass wird dort verwandtschaft und somit die möglichkeit haben, auch an entlegenere orte zu gelangen.

die wenigen landschaftaufnahmen lassen es erahnen, wir sind mal wieder über stock und stein gestolpert. die insel ist zwar furztrocken, hat aber botanisch dennoch viel zu bieten.

beinahe einen pflaumensturz bekommen habe ich, wie als ich in der nähe der höllenschlucht (barranco del infierno) plötzlich inmitten blühender meerzwiebeln (drimia) stand. so ein pflänzchen hatte ich nämlich erst wenige tage vor meiner abreise erworben. so hat mich das schicksal mal wieder davor bewahrt, raubbau an der natur zu betreiben.

maikäferjahr

das wir heuer ein sog. maikäferjahr haben, wurde mir auch ohne einen blick in die regionale presse bewußt. denn bereits mitte april sah ich den ersten brummer durch unsere gartenanlage fliegen. damit ich die blattwerk verspeisenden tiere mal vernünftig ablichten kann, haben wir uns deshalb am pfingstlichen montag auf eine exkursion durch den käfertaler wald begeben.

meine erwartungen wurden nicht enttäuscht, denn auf so gut wie jeder eiche waren die braunen krabbler zu finden. das die den bäumen nicht wirklich gut tun, konnte man am ausgedünnten blattwerk erkennen.

das ich das letzte mal einen maikäfer auf der hand hatte, war bis dato ein paar jährchen her. irgendwie hatte ich die zur familie der blatthornkäfer (scarabaeidae) zählenden insekten grösser in erinnerung. otter war ich vielleicht damals kleiner ..?

das einfangen von melolontha hippocastani mit der makrolinse gestaltet sich nicht ganz einfach. denn sobald ich einen käfer scharf hatte und den auslöser drücken wollte, hatte der sich bereits eine neue position auf otter unter dem blatt gesucht.

naturgarten

getreu dem motto “wirkt zwar chaotisch, aber man sieht das wir was darin machen …” betreibt meine herz- und busenfreundin esther ihren naturgarten. dessen charme auch ich immer wieder gerne verfalle, denn es gibt so einiges darin zu entdecken.

neben einem block- und einem gewächshaus, gibt es im garten auch einen hügel aus vergehendem holz. dort gedeihen nicht nur die brombeeren prächtigst, er bietet auch genügend futter und versteckmöglichkeiten für eidechsen, kröten und kollegen.

für den künstlerischen aspekt im naturgarten sorgt die installation “verbannung von der couch”. denn das war einmal die heimat dieser einst so stolzen püppchen.

u. a. in esthers naturgarten zu finden: asiatische himbeeren, kirschen, pfirsiche und ein ca. anderthalb meter hoher rhabarber. dessen blätter sind so gross, dass sie einen perfekten regenschutz bieten.

selbstverfreilich bietet das naturgärtlein derzeit auch so einiges an blüten. gleich am eingang wird man vom gewürzstrauch (calycanthus floridus) begrüsst. wenn man an seinen blättern reibt, riecht es leicht nach grünem apfel. auch nicht schlecht fand ich den mehrfarbigen ginster. neben den hortensien sind gerade noch die diversen rhododendren am blühen.

im teich tummeln sich neben einer ganzen menge kois auch viele, viele kaulquappen. die verirren sich manchmal sogar auf die seerosenblätter. für den romantikfaktor sorgen hier ein paar solarschwimmfunzeln.

die aufgabe, den naturgarten vor der aussenwelt zu schützen, übernehmen die beiden golden retriever senta und ari. die arbeitsmoral dieser schutz- und wachhunde ist sehr einfach erklärt: sie suchen auch vor dem kleinsten regen schutz und sind nur ca. drei stunden pro tag wach.

während sich die hunde ausruhen, darf kaninchen fritzi einen auf sicherheitschef machen.

streichelzoo

quasi hier gleich um die ecke befindet sich ein streichelzoo der etwas anderen art, das reptilium in landau. wie am namen unschwer zu erkennen ist, werden dort nur reptilien und amphibien präsentiert. nicht nur für die kurzen (wir hatten gleich 6 im schlepptau) ist der besuch dort ein erlebnis, denn einige der tiere darf man auch befummeln anfassen. so musste sich denn auch eine rokokokröte (bufo paracnemis) meines zärtlichen angriffs erwehren.

mir haben es ja vor allem die amphibien angetan, hatte ich doch jahrelang selbst agakröten (bufo marinus) als haustiere. diese “monster” können über 20 cm gross werden und verspeisen gerne mal eine maus. es sieht dann echt putzig aus, wenn der mäuseschwanz noch für einige minuten aus ihrem maul hängt.

1-3: coloradokröte (bufo alvarius), 4+5: rokokokröte (bufo paracnemis).


pfeilgiftfrosch (dendrobates azureus)

1+2: schlangenhalsschildkröte (chelodina rugosa), 3-5: strahlenschildkröte (astrochelys radiata).


wüstenkrötenechse (phrynosoma platyrhinus)


pakistan agame (laudakia nupta)


nashornleguan (cyclura cornuta)


smaragdeidechse (lacerta bilineata)

doktorchen unterwegs: brixen im thale (austria)

weil das schrebrgärtnern auf die dauer doch recht anstrengend ist, habe ich mir mal eine woche auszeit bei unseren ösinachbarn gegönnt. entspannen konnte ich ohne internetz und low carb, aber dafür mit viel mehlspeisen im idyllischen brixen im thale.

das brixental liegt in der nähe des prominentenskiorts kitzbühel (“kitzbichl”), wo, wie meine freundin bella immer so gerne behauptet, während des winters auch noch die rostigste badewanne für teuer geld vermietet wird.

untergebracht war ich in der pension isabella, die einer freundin aus jugendtagen gehört. das schmucke häuschen liegt mitten in der pampa, auf ca. 900 m höhe. als direkte nachbarn hat mich eine herde jungbullen mit ihrem glockengebimmel erfreut.

ansonsten habe ich eher wenig fleckvieh zu gesicht bekommen, dafür gab es jedoch auf der nieding-alm ein paar lamas zu bestaunen.

sehr zutraulich und überhaupt nicht kamerascheu präsentierten sich die ziegen, deren weide sich am ortseingang von brixen befindet.

was hingegen ein bisserl nervte, waren die ca. 1,5 cm grossen braunen käfer, die sich mit den ersten sonnenstrahlen in die lüfte erhoben, um dann bevorzugt auf meinem kopf otter auf dem rücken zu landen. das war mir der natur zum anfassen fast ein bisschen zuviel. so war ich auch nicht traurig, als sich eines der käfertiere in einem spinnennetz verfing.

viel mehr sympathie brachte ich da den kaulquappen der erdkröte (bufo bufo) entgegen. die konnten, dann kühler temperatur, in aller ruhe den brixener badesee nach algen absuchen.

fast schon zutraulich waren die zauneidechsen (lacerta agilis), die sich im gärtchen vor der terrasse tummelten.

ganz schön schleimig zu ging es bei den weinbergschnecken (helix pomatia). die kamen bereits nach wenigen regentropfen aus ihren verstecken heraus und liessen sich auch hemmungslos beim liebesspiel ablichten.

keine ahnung ob das der tiroler balkonpflanzentrend für 2008 ist, aber aus vielen blumenkästen und kübeln leuchtete eine mischung aus roten geranien und gelben petunien.

selbstverfreilich gab es im brixener umland auch eine ganze menge wildblumen zu entdecken …

… wie z. b. das gefleckte knabenkraut (dactylorhiza maculata), eine auch bei uns heimische orchideenart …

… oder die rostblättrige alpenrose (rhododendron ferrugineum).

für mich war der aufenthalt in brixen im thale alles in allem sehr erholsam. so manch anderem ist er allerdiedings eher wenig gut bekommen …

Misteln (Viscum)

Nein, Misteln (Viscum) sind in unserem Garten nicht zu finden, die Fotos unten entstanden auf den Streuobstwiesen der Mannheimer Reißinsel. Unser Chef würde im Dreieck springen, wäre einer seiner geliebten Obstbäume von Misteln besetzt. Aber warum eigentlich, denn beim genauen Betrachten handelt es sich dabei um ganz aparte Pflänzchen. Der verästelte Wuchs, die weißen Beeren und die kleinen gelben Blüten machen schon was her.

Ok, Misteln schmarotzen ein klein wenig, es handelt sich hierbei um sog. Halbschmarotzer, die einen Teil ihrer Nährstoffe von der Wirtspflanze abzapfen. Aber dafür behalten sie auch das ganze Jahr über ihre Blätter und erfreuen einen im Winter mit ihren Beeren. Verbreitet werden sie übrigens durch Vögel.

Wäre es nicht schön völlig zugewuchert, dann würde ich mir ja mal einen kleinen Apfelbaum ins Wohnzimmer stellen und es mit der Mistel als Zimmerpflanze versuchen.

Sollte sich eines Tages doch mal ein Mistelchen auf einem unserer Bäumchen niederlassen, dann kann dem Cheffe die Hutschnur darüber gefahrlos hochgehen. Es wird ihr nämlich eine blutdrucksenkende Wirkung nachgesagt.

Weißbeerige Mistel (Viscum album)

Schrebrgärtnerin unterwegs: Annweiler (Pfalz)

In der letzten Woche habe ich mir ein paar Tage Auszeit gegönnt und meine Herz- und Busenfreundin Jördis auf ihrem Landsitz in Annweiler am Trifels heimgesucht. Einfach mal ausspannen, ohne Internetz und Telefon, aber nicht ohne gärtnern. Wobei ich mich hierbei jedoch auf die beratende und beschenkende Funktion beschränkt habe.

Hinter ihrem schnuckeligen kleinen Häuschen, Baujahr 1700irgendwas, hat Jördis einen herrlichen Naturgarten in Hanglage. Dieser ist so gut wie naturbelassen, der Versuch des Gemüseanbaus scheiterte am nächtlichen Einfall von Rehen.

In Sachen Pflege bietet so ein Naturgarten durchaus Vorteile, das Auflockern des Bodens z. B. übernehmen die Maulwürfe. Libellenlarven und andere Raubinsekten halten den nicht mehr genutzten Swimmingpool stechmückenfrei.

Das Mäuerchen soll den Eidechsen als Unterschlupf und Sonnenterasse dienen. Leider sind die Viecher extrem kamerascheu. Die Bepflanzung stammt zum Teil aus der Umgebung.

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