Unkräuter bestimmen

Den Vertretern der ordnungspolitisch korrekten Gartenkultur sind sie ein Graus: die (sog.) Unkräuter. Auch unser Chef ist ständig darum bemüht, dass das Geunkrautete in unserem Schrebrgarten nicht überhand nimmt. Selbst mich hat er schon versucht von den Vorzügen des Unkrautjähtens zu überzeugen. Zum Dank dafür habe ich ihn mit einem doch sehr ausführlichen Vortrag über die Vorzüge natürlicher Gärten und den darin verborgenen Charme (otter so ähnlich) belohnt.

Meinen Vater konnte ich seinerzeit nicht ganz so einfach von meiner Unwilligkeit Unfähigkeit betr. des entfernens von Unkräutern überzeugen, ich mußte zum Jähten antreten. Um mich vor derlei Tätigkeiten besser zu schützen, habe ich den Begriff Unkraut einfach etwas lockerer definiert. Und ohne Daddys geliebten Rittersporn sah unser Garten auch um einiges besser aus.

Aber damals gab es ja auch noch keine Unkrautbestimmung-Online

Die ersten Radieschen

Etwas später als sonst, aber nun sind sie endlich zärtlich und verzehrbereit: die ersten Radieschen 208. Vom Cheffe wie in jedem Jahr mit viel Liebe und seiner geheimnisvollen Superthermofolie gepäppelt.

Ich habe zwar eine scharfe Zunge, aber scharfes Essen mag ich trotzdem (otter gerade deshalb) nicht, aus diesem Grund kommen Radieschen bei mir meist warm auf den Tisch, z. B. in einem Weiss-Wurstsalat.

Blütenfarbe des Monats: weiß

Die derzeit unseren Garten dominierende Blütenfarbe ist ganz eindeutig weiß. Dicht gefolgt von weiß-pink, bzw. weiß-rot (otter ist das etwa ein dunkles pink ..?). Ab Mai dürfte sich die Sache wohl mehr in Richtung gelb verschieben, denn die Akelei blütenknospt gerade wie eine Bekloppte.

V. l. n. r.: Bärlauch, Erdbeere, Filziges Hornkraut, Süßkirsche, Schleifenblume.

V. l. n. r.: Kronen-Anemone, Apfel, Tulpe.

Nachbars Flieder

Mit Nachbars Flieder (Syringa vulgaris) ist das so eine Sache, seine violettfarbenen Blüten sind durchaus schön anzusehen. Die vielen, vielen Ausläufer jedoch, die jährlich zu uns herüberwuchern, haben nach Jahrzehnten des geduldigen Ertragens nun den Cheffe auf den Plan gerufen. So munkelte er gestern irgendwas von “Maßnahmen” in seinen prall mit Grillfleisch gefüllten Bauch. Und wenn ich mir den Fliedernachwuchs so anschaue, scheint er da bereits fleißig gemaßnahmt zu haben …

Schusterpalmen (Aspidistra)

Schusterpalmen (Aspidistra) sind ein leider in Vergessenheit geratener Zimmerpflanzenklassiker. Sie gelten als nahezu unkaputtbar und sollen angeblich auch noch in der dunkelsten Ecke gedeihen. Die Gattung Aspdistra beinhaltet ca. 80 Arten und eine Menge Kulturformen, zum Teil mit weiß-gelblich gestreiften otter gepunkteten Blättern. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet liegt u. a. in China.

Es handelt sich hier in der Tat um Pflanzen, die Schatten, bzw. indirektes Licht lieben. Sie wachsen tatsächlich auch noch in der dunkelsten Ecke, dementsprechend sehen sie dann aber auch aus. Möchte man seine Wohnstube jedoch mit schönen und kräftigen Schusterpalmen schmücken, dann platziert man sie hell, bis halbschattig, ohne direkte Mittagssonne. Morgen-, Abend- und Wintersonne werden vertragen, aber bei einer zu langen Besonnungsdauer, vor allem während der Mittagsstunden, bleichen die Blätter aus.

Schusterpalmen gelten eigentlich als Zimmerpflanzen, einige Arten wird jedoch eine Frostresistenz von bis zu -15° nachgesagt. So werden sie z. B. in England gerne als Gartenpflanzen kultiviert. Was liegt also näher, mal auszutesten, wie ihnen unser mildes Pfälzer Klima bekommt.

Platziert habe ich sie hinter dem Garteneibisch, dort haben sie es tagsüber schön schattig und erhaschen gegen Abend ein paar Sonnenstrahlen. Um auf Nr. Sicher zu gehen, werde ich sie über Winter mit etwas Laub abdecken. Und um auch ganztotalvoll abgesichert zu sein, habe ich natürlich nur ausgewildert, was ich doppelt habe. V. l. n. r.: Aspidistra sp. (unbekannte Art, die sehr nach eine A. typica aussieht.), Aspidistra sichuanensis “china sun”, sowie eine Aspidistra elatior.

Ants without Adam

Kann sich eigentlich noch jemand an das 80er Jahre Onehitwonder “Adam & the Ants” erinnern? Während Adam Ant heutzutage (wenn überhaupt) nur noch durch Drogeneskapaden Schlagzeilen macht, arbeiten die Ameisen fleißigst an ihrer Überlebensstrategie. Allerdiedings ist auch beim emsigen Insektenvolk ein Werteverfall zu beobachten. Anstatt sich ihr schickes Häuflein so nach und nach aufzuschichten, haben sie sich in unserem Hauswurz (Sempervivum) eingenistet.

Sämlinge

Diente unser Schrebrgarten in der Vergangenheit dem jüngsten Spross der Familie lediglich als eine Oase der Erholung und Speisung, so hat ihn aktuell wohl das Gartenfieber erwischt. Anders kann ich mir die Aussaat von (u. a.) nicht erklären:

  • Basilikum “Bordeaux”
  • Glockenblumen
  • Blauer Kohlrabi
  • Kürbis
  • Italienische Petersilie (Petroselinum crispum)

Geschmacklich gespannt bin ich vor allem auf den Basilikum “Bordeaux” und auch, wie weit die adulte Pflanze die derzeit noch recht intensive Färbung behält. Der Kürbis (irgendeine mittelgrosse Sorte) darf dann auf unserem Kompost thronen.

Die Samen hat er zum Teil von Rühlemanns.

Kirschenblüte

Todesmutig trotzt unsere Herzkirsche den Regengüssen der vergangenen Tage. Bei diesem Wetter wartet sie allerdiedings vergebens auf den Besuch von Hummel, Bienchen und Kollegen. Noch sehen ihre Blüten zwar befruchtungsfähig aus, trotz einem leichten Durchhänger. Wenn mir auch ein positiver Ausblick auf die Kirschernte ob dieses Anblicks ein klein wenig schwer fällt …

Tomaten pikieren

Nachdem ich es einige Zeit vor mehr hergeschoben habe, war es heute soweit, die Tomätchen wurden pikiert. 14 Jungpflanzen in einem kleinen Topf, entsprechend gut durchwurzelt war der Erdballen. Um die Würzelchen nicht mehr als nötig zu strapazieren, habe ich die Erde mit Hilfe eines dünnen Wasserstrahls und unter sanften Massagebewegungen von ihnen gelöst. Bis jetzt scheinen sie es alle gut überstanden zu haben und freuen sich in ihren eigenen Töpfchen wohl schon auf das Auspflanzen im Mai.

Lediglich die drei kleinsten Jungtomaten sind in die Biotonne gewandert, was nicht mehr in unseren Schrebrgarten paßt, dafür habe ich Abnehmer. Das sind aber auch die schmackofatzleckersten Tomaten die ich jemals gegessen habe …

Löwenzahn (Taraxacum)

Vom Gärtner gehaßt, von den Kindern als Pusteblume geliebt, ist der Löwenzahn (Taraxacum) ein Gartenkraut, welches keiner besonderen Pflege bedarf. Er läßt sich einfach nieder wo es ihm gefällt. In Sachen Charme haben seine Blüten durchaus etwas zu bieten.

Löwenzahn läßt sich übrigens zu Salat verarbeiten, hierzu werden jedoch nur die jungen Blätter verwendet. Im Geschmack ist er etwas bitter, in Sachen Konsistenz eher zäh. Für Zeitgenossen, die mit ihrem Gebiß bereits Kastagnetten schlagen können, also weniger geeignet. Wenn ich mich richtig erinnere, meine makrobiotischen Jahre und der regelmäßige Verzehr von Löwenzahnsalat liegen leider schon etwas zurück, dann existieren auch Kulturformen, speziell für den Einsatz in der Küche. Mein Gemüsehändler damals hatte nämlich Löwenzahn im Angebot.

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